Stabilität und neues Projekt

Wieder ist ein Monat vorbei, in dem simplytrade auf der Stelle tritt. Immerhin lässt sicher der November ganz gut an. Doch sehen wir es einmal positiv: Das System präsentiert sich weiterhin äußerst stabil und ganz wichtig: simplytrade verliert kein Geld.

 

Selbstverständlich will man mit Trading Gewinne erzielen, aber keine weiteren größeren Verluste realisieren zu müssen ist doch erst einmal die Basis von allem. Und wenn man bedenkt, dass im simplytrader-Depot vom höchsten Stand aktuell gerade einmal 14% abgegeben wurden, ist das im Vergleich zu Risiko-Tradern und selbst zu vielen Fonds noch sehr moderat. Sicher kann es noch weitere Verluste geben, aber da der Protection-Modus so ausgelegt ist, dass die Ordergröße dann immer weiter reduziert wird, ist das Abwärtspotential formell doch klar begrenzt. Zudem sind keine Verlustpositionen über Nacht offen. Andere Trader haben da ein erhebliches K.O-Risiko, wenn man mit den offenen Positionen über das Wochenende schon am Freitag mit 20% im Minus liegt. Das ist allerdings für viele Follower offenbar nicht so wichtig, da diese dann doch lieber den Tradern mit einem Risk Score am oberen Ende der Skala folgen als zum Beispiel einem simplytrader mit einem sehr soliden Risk Score von 2. Aber Performance ist eben das was reizt, Risiko hin oder her, und da kann simplytrade aktuell halt nicht punkten. Es gilt wohl auch hier die Devise: "no risk, no fun" und "man muss den Trend reiten, so lange er läuft". Das war schon damals bei der T-Aktie so. Wer rechtzeitig eingestiegen ist und - ganz wichtig - auch rechtzeitig ausgestiegen ist, hat ein tolles Geschäft gemacht. Demjenigen blieben damals die 90% Absturz erspart. Leider wurde die Masse der Anleger damals mit in den Abgrund gerissen. Einen interessanten Blogbeitrag zum Thema Risiko gibt es übrigens auch hier von Michael Tomaschek.

 

Nach wie vor sitzt simplytrade auf den Verlusten, die zu einem erheblichen Teil auch wegen der zu späten Einführung des Protection-Modus aufgelaufen sind. Die Gründe für die verzögerte Einführung wurden in vorigen Blogbeiträgen auf der simplytrade-Homepage hinreichend erläutert. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass die seit der Abschaltung der Kommentarfunktion im Blog und durch die insgesamt reduzierte Öffentlichkeits-arbeit wieder mehr Zeit für andere Dinge bleibt. Diese gewonnene Zeit wird zum Beispiel nun seit ein paar Monaten wieder für mein eigentliches Trading, das ich bereits seit Jahrzehnten privat leidenschaftlich und durchaus erfolgreich betreibe, verwendet. Und nun wird daraus ein öffentliches Projekt bei ayondo mit dem Traderprofilnamen simplytrend.

 

Dieses Profil läuft bei ayondo seit Anfang Oktober. Es werden vorwiegend Aktien-Trades mit einer kurzfristigen und mittelfristigen Haltedauer vorgenommen. Grundlage der Entscheidung für Kauf und Verkauf eines Wertes sind in der Regel Chart- und Candlestick-Formationen auf Tagesbasis, ergänzt durch einfache Indikatoren und laufend angepasste Stopps. Auch in diesem Traderprofil hat die Stabilität oberste Priorität. Einzelne Positionen dürfen keinen Crash im Gesamtdepot verursachen. Ein erstes Beispiel, was damit gemeint ist, war die Aktie von Alcoa, bei der es kürzlich ein extremes Gap gab und aus einem netten Gewinn durch das ausgelöste Stopploss über Nacht ein Verlust von 7% wurde. Dies ist in der Performancekurve deutlich zu sehen, aber auf Grund der im Moneymanagement festgelegten Positionsgröße ist das trotzdem kein Existenzproblem für das Depot. Aktuell wird ausgelotet, in wie weit es möglich ist, die ganz kurzfristigen und kleineren Trends auf der Plattform von ayondo mitzunehmen. Es zeichnet sich aber ab, dass eher im Bereich von mehreren Tagen oder Wochen agiert werden sollte.

 

Doch jetzt noch einmal zurück zu simplytrade. Was weiterhin ausgesprochen positiv ist, ist die Tatsache, dass die Abweichungen zwischen Theorie und Praxis nur sehr gering sind. Die zwischenzeitlich höhere Slippage hat sich wieder normalisiert. Auch die menschliche Fehlerquote bei der täglichen Ausführung der Transaktionen ist weiterhin sehr gering. Im Oktober konnte so die theoretische Berechnungsmethode exakt das gleiche Ergebnis erzielen wie das Realdepot. Das ist sehr wichtig und widerlegt die von manchen Skeptikern vorgebrachte These, dass das System nicht mehr 1:1 handelbar sei oder gar von mir vernachlässigt wird. Nach etwa zwei Jahren Live-Betrieb ist festzustellen, dass einzelne nicht ganz konform ausgeführte Trades in der Praxis auf lange Sicht nur minimale Auswirkungen haben. Also ist weder Panikmache noch Miesmacherei angebracht. Technisch ist also nach wie vor alles im Lot. Jetzt heißt es, einfach weiter dran bleiben und Geduld zu haben. Sobald das System wieder aus dem Protection-Modus heraus kommt, kommt auch wieder mehr Schwung in die Sache. Bis dahin bewahrt der Protection-Modus das System und damit das Geld der Follower davor, sich in Luft aufzulösen. Bei allem Grollen darüber, dass es nicht voran geht, kann man somit auf jeden Fall trotzdem gut schlafen.

 

Auch wenn sich dieser Drawdown inzwischen auf Platz drei, was die Dauer der bisherigen im Backtest betrifft, vorgeschoben hat, gab es immer noch zwei Drawdowns, die noch ein paar Monate länger gedauert haben als der jetzige. Ausführliche Tests, die über den Backtest gelegt wurden, haben übrigens ergeben, dass der Protection-Modus auch in der Vergangenheit ein paar Mal zur Anwendung gekommen wäre und sich das System trotzdem immer wieder auf neue Allzeithochs geschwungen hat. Also warten wir es ab.