Stand der Dinge

Es ist wirklich eine quälende Phase, in der sich das System seit Monaten bewegt. Einmal sind es extreme Kursschwankungen intraday, dann wieder kleinere Kursbewegungen, die das System knapp einstoppen, nur um dann doch wieder die andere Richtung einzuschlagen oder nur einen kleinen Gewinn abwerfen. Die richtigen Gewinntrades sind derzeit leider viel zu selten, um das Depot insgesamt wieder in eine positive Richtung zu bewegen. Also bleibt nach wie vor die oberste Priorität, den Verlust weiter zu begrenzen. Kommen noch ein paar negative Tage dazu, muss die Ordergröße weiter reduziert werden, so dass sich die Performancekurve nochmal verflachen wird. Kommen dann wieder Gewinnpunkte dazu, werden die Einsätze natürlich genauso schnell wieder erhöht.

 

Da wir nicht wissen, wie lange sich diese nicht zufrieden stellende Phase noch hinzieht, ist Schadensbegrenzung und weiterhin konsequente Umsetzung der Vorgaben erst einmal das Wichtigste. Und es gehört auch einfach Geduld dazu. Es stellt sich natürlich auch immer wieder die Frage, ob es an der Börse grundlegende Veränderungen gab, die simplytrade in Zukunft nicht mehr funktionieren lassen. Solche gravierenden Änderungen sind jedoch nicht zu erkennen. Vielmehr gab es auch in der Vergangenheit, insbesondere in den Jahren 2010 und 2011 eine einjährige Phase, die einen schon am System zweifeln lässt. Aktuell haben wir nun etwas mehr als ein halbes Jahr hinter uns. So gesehen ist noch nichts aus dem Ruder gelaufen. 

 

Sicher ärgert mich diese lange Zeitspanne aus mehreren Gründen auch selbst. Zum einen folge ich simplytrader mit einigem eigenen Geld, zum anderen ärgert es mich, dass doch viele Follower nahe des Depothöchststandes eingestiegen sind und jetzt seit Monaten auf Verlusten sitzen. Diese Verluste sind prozentual mit einem Drawdown von knapp 15% zwar überschaubar, machen aber trotzdem keinen Spaß. Schließlich will man als Follower Geld verdienen.

 

Sicher muss man immer auch das Risiko und die Gewinnchancen ins Verhältnis setzen und abwägen, ob man vielleicht noch einige Monate warten kann/will. Wer diese Geduld nicht aufbringt, kann selbstverständlich jederzeit auf andere Trader setzen, die gerade einen Lauf haben. Und sofern man immer das richtige Timing erwischt beim Wechsel der Trader, kann man so die eigene Follower-Performance durchaus erhöhen. Doch es muss immer auch das Risiko mit einbezogen werden, das ist bei Aktien und Fonds genauso.

 

Bei simplytrader ist das Risiko auf jeden Fall nach unten strikt begrenzt. Aus diesem Grund werden Optimierungen auch mit aller Vorsicht umgesetzt. Ein paar Überlegungen hierzu gibt es und es werden laufend Backtests durchgeführt. Die zündende Idee, wie die aktuelle Situation  im Sinne von simplytrade verbessert werden kann, ist aber noch nicht gefunden, weder von mir noch von anderen Tradern, die versuchen, simplytrade zu optimieren. Einige Ideen sind auf den ersten Blick vielversprechend, doch nach genaueren Tests kommt dann doch nichts, nicht viel oder sogar weniger heraus. Aber es wird weiter getestet. Was dann hoffentlich im Positiven dabei herauskommt, werden wir sehen. Und wenn es noch einige Monate dauert, ist zumindest beruhigend zu wissen, dass das Kapital wenigstens nicht crash-gefährdet ist.