Rendite

Nachdem unter dem letzten Blogeintrag eine rege Diskussion zum Thema Rendite entstanden ist, hier ein paar grundlegende Anmerkungen:

 

Die prozentualen Backtestergebnisse auf dieser Seite wurden veröffentlicht, um aufzuzeigen, dass es gute, sehr gute, durchschnittliche und weniger gute Phasen gibt. Welche Prozentwerte dahinter stehen, ist erst einmal zweitrangig.

 

Selbstverständlich muss, bevor ein System zum Einsatz kommt, klar sein, ob es im Backtest langfristig profitabel genug war. Die Profitabilität muss ausreichend groß sein, um auch in abweichenden Börsenphasen in der Zukunft einen Puffer zu haben.

 

Wenn nun hier ein durchschnittlicher Wert von 36% angegeben wird, dann bedeutet das nicht, dass dieser Wert auch so in den nächsten Jahren erreicht wird. Das Ergebnis kann deutlich darunter oder auch darüber liegen. Es ist aber zumindest eine Basis, mit der begonnen werden kann. Würde das System zum Beispiel nur 5% im langjährigen Durchschnitt bringen, wäre das vermutlich den Aufwand nicht wert. Aber es muss auch immer analysiert werden, ob es sich um einzelne wenige Perioden handelt, die für die Performance ausschlaggebend sind, oder ob die Mehrzahl der Jahre zum Erfolg beiträgt. 

 

Diese Performance nun hochzurechnen oder einen Profit pro Jahr zu erwarten ist nicht sinnvoll. Wichtig ist, dass ein System im Backtest eine interessante Performance nach Abzug der Kosten bringt, aber vor allem ist entscheidend, wie genau sich in der Praxis das System umsetzen lässt. Sicher soll irgendwann ein positives Ergebnis auf dem Konto zu sehen sein, aber ob das nun 10,54% oder 3,86% oder 20,5% oder 36,5% sind, ist erst mal nicht relevant. Wer eine auf Monate oder Jahre berechenbare Performance anstrebt, muss eine andere Anlageform wählen, zum Beispiel Festgeld.

 

Selbst wenn das System nun in den nächsten Jahren weniger als der Durchschnitt bringt, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass es sich nicht lohnt. Die errechnete Performance von 36,5% basiert darauf, dass Parameter aus der realen Praxis auf die errechneten historischen Daten angewandt wurden.

 

Wenn am Jahresende ein bestimmter Prozentwert in den Büchern steht, dann ist das das auf Prozent umgerechnete Ergebnis in Euro. Der "Zinseszins" in Form von einer Wiederanlage der Gewinne ist darin enthalten. Aber noch einmal: So etwas durchzurechnen ist alles nicht zielführend. Entscheidend ist, was tatsächlich an realen Gewinnen und Verlusten auf dem Konto gebucht wird. Und dieses Ergebnis sollte möglichst nahe am theoretischen Ergebnis liegen, wohl wissend, dass auch das nicht immer zu hundert Prozent garantiert werden kann.