Risikomanagement funktioniert

Die Erhöhung des Kapitalfaktors im Drawdown ist ein wesentlicher Bestandteil der simplytrade-Strategie. Damit wird erreicht, dass mit der folgenden Erholung weniger Gewinnpunkte notwendig sind, um das nächste Allzeithoch in der Performance zu erreichen. Dass das im Backtest und im Livebetrieb seit Oktober 2014 bestens funktioniert liegt daran, dass diese Erhöhung des Kapitalfaktors begrenzt ist. Wie das genau aussieht, wird im Buch ausführlich beschrieben.

 

Die gehandelten Ordergrößen basieren auf den historischen Daten des Backtests. Darauf, dass dies keine Garantie ist, dass es  in Zukunft immer so funktioniert, wird immer wieder hingewiesen. Wir können im Trading bestenfalls die Wahrscheinlichkeit für uns nutzen. Dessen muss man sich bewusst sein. Aber diese Wahrscheinlichkeit ist bei simplytrade relativ hoch, dass es früher oder später wieder zu einem neuen Depothoch kommt, siehe Performancekurve. Voraussetzung dafür ist aber, genau zum jetzigen Zeitpunkt, wenn sich also die Verluste aneinander reihen, keine Experimente zu versuchen. Der größte Fehler wäre jetzt, irgendeine Optimierung in der Praxis zu testen. So etwas geht in aller Regel schief. Erst wenn der aktuelle Drawdown größer ausfällt, als der historisch bisher größte, dann muss überlegt werden, ob das Risiko weiter begrenzt werden soll, was aber auch bedeuten würde, dass die Erholung im Depot länger dauern würde. Das wäre das Worst Case-Szenario. Sollte es dazu kommen, ist also erst einmal das Risiko zu begrenzen, und nicht zu versuchen, irgendeine Stellschraube zu drehen um die Performance zu verbessern. Solche Optimierungsversuche sind einer der größten Fehler, den Trader begehen können. Erst kommt die Risikobegrenzung, dann die Performance.

 

Davon sind wir aber noch sehr weit entfernt. Der aktuelle Drawdown entspricht in der Grundversion dem vom Juni 2015. Durch die seit dem reduzierte Kapitalgröße fällt dieser Drawdown in etwa halb so groß wie damals. Das Risikomanagement funktioniert also exakt wie vorgesehen. Wer sein Followerdepot bei ayondo nun mit dem zweifachen Kapitalfaktor eingestellt hat, sollte jetzt bei etwas über 10% im Minus liegen. In meinen Follwerdepots folge ich simplytrade mit unterschiedlichen Kapitalfaktoren (bis maximal 4) und die Umsetzung entspricht jeweils genau den Soll-Werten. Das ist auf jeden Fall beruhigend, nicht dass hier eine erhöhte Slippage zum Nachteil der Follower führt.

 

Somit kann festgestellt werden, dass die technische Umsetzung und die Risikoeinstellung in der Praxis funktionieren. Es kommt also jetzt in erster Linie erst einmal darauf an, nicht von den Systemvorgaben abzuweichen und täglich konsequent jeden einzelnen Trade durchzuziehen. Die Vorgaben jetzt nicht mehr umzusetzen und zu versuchen, an irgendeiner Stellschraube zu drehen, nur um vorübergehend eine Schwäche des Systems zu verkleinern, würde dazu führen, dass die Wahrscheinlichkeit des Backtests nicht mehr zutrifft. Dadurch würde das Trading unkalkulierbar werden. Man darf in einer ausgeprägten Drawdownphase nicht plötzlich in Aktionismus verfallen, sondern muss gerade dann kühlen Kopf bewahren. Und wenn der Worst Case eintrifft, dann ist das erst recht wichtig. Aber davon sind wir noch weit entfernt. Wie schnell es wieder in die positive Richtung gehen kann, hat der letzte Trade vor dem Osterwochenende gezeigt.