Risikobegrenzung bei TradingNachPlanB

Risikobegrenzung ist die Grundlage des Erfolgs beim Trading. In diesem Zusammenhang soll deshalb nun auf einen weiteren Aufsteiger hingewiesen werden. Der Trader 'TradingNachPlanB' hat seit Beginn am 12.02.2016 bis zum 6. März bereits fast 150 Follower angelockt. Hauptgrund dafür dürfte, wie immer, die satte Performance von 91% in so kurzer Zeit sein, da viele Follower die Rangliste der Trader erst einmal nach der Performance sortieren und andere Kriterien weniger beachten oder gar völlig ignorieren.

 

Die Strategiebeschreibung im Profil des Traders ist dabei sehr dürftig: "Aktives Trading nach striktem Risikomanagement." Wie dieses Risikomanagement aussieht, lässt sich anhand der bisherigen Transaktionshistorie nicht nachvollziehen, da der Trader 98% Gewinntrades hat. Fast nur Gewinne hört sich ja zunächst klasse an. Aber wer nun schon länger dabei ist wird zustimmen, dass eine so hohe Gewinnquote noch gar nichts über die Nachhaltigkeit aussagt. Ohne den Trader nun mit ehemalige Glücksrittern vergleichen zu wollen, soll auf den letzten prominenten Absturz 'Fxtore' hingewiesen werden. Trotz einem Drawdown von 84% und einem Gesamtverlust im Depot von sage und schreibe 82% hat der Trader immer noch eine Erfolgsquote von 86% erfolgreiche Trades. Davon kaufen kann sich allerdings niemand etwas und die über 1000 Follower, die mit diesem Trader viel Geld verloren haben, wissen schmerzlich was gemeint ist.

 

Was macht nun 'TradingNachPlanB' anders? Immerhin ist dieser neue Aufsteiger RealMoneyTrader. Ob das aber letztendlich ein nachhaltiges Qualitätskriterium ist wird sich zeigen. Ein prominentes Negativbeispiel hierfür ist TrustFundTK, der als Echtgeld-Trader in den letzten Tagen seit Depot geschrottet hat. Die 1000 € Mindesteinlage stellen für viele keine große Hürde dar. 

 

Dass bei einer solch positiven Performance wie nun bei TradingNachPlanB die Kennzahlen im Plus liegen ist klar. Allerdings kann nach so kurzer Zeit noch keine aussagekräftige Volatilität und SharpRatio-Kennziffer berechnet werden, weshalb diese Felder bei dem Traderprofil noch nicht gefüllt sind. Die einzige Möglichkeit, den Trader in einem so frühen Stadium hinsichtlich des Risikos einzuschätzen, ist die Analyse der Transaktionshistorie. Dabei muss genau untersucht werden, ob es hier zu einem sogenannten Klumpenrisiko kommt. Das ist dann der Fall, wenn immer mehr Positionen in eine Richtung gleichzeitig eröffnet werden.

 

Wie agiert nun 'TradingNachPlanB'? Begonnen hat er am 11.02.2016 um 18:37 Uhr mit zwei Trades auf einen steigenden Dax und DowJones. Beide Positionen wurden am nächsten Vormittag um 10:50 Uhr mit knapp 20% und knapp 10% Gewinn geschlossen. Das Depotrisiko weist in Form des RpT zusammen knapp 20% aus. Hat der Trader nun einfach gezockt oder wusste er, dass da über Nacht nichts schief geht? Bis zum 15.02. wurde weiterhin mit diesem hohen RpT gehandelt. Innerhalb von vier Tagen hat der Trader so mit nur 12 Trades eine satte Performance von über 50% erreicht.

 

Mit diesem Vorsprung im Rücken wurde das Depotrisiko pro Position (RpT) in der Folge deutlich reduziert. Es gibt aber trotzdem immer wieder Ausreißer im Bereich von 7-8% Risiko. Wichtig zu bewerten ist aber, wie hoch das jeweils offene Gesamtrisiko ist. Leider wird hierzu von ayondo keine Zahl, weder live noch als Historie, veröffentlicht. Deshalb muss, und das ist tatsächlich ein absolutes MUSS, diese Risikobewertung selbst nachvollzogen werden. Dies erfordert aber einen gewissen Aufwand, der von den wenigsten Followern gebracht wird. Aber gerade bei Tradern wie TradingNachPlanB ist es zwingend notwendig, sich rechtzeitig mit diesem Thema eingehend zu beschäftigen, vor allem wenn man mehrere hundert oder tausend Euro investieren will.

 

Kommen wir also zurück zur Transaktionshistorie. Die vielen, aber auf Grund der kurzen Historie noch überschaubaren Positionen werden meist geschlossen, wenn sie 0,1% bis 0,5% im Gewinn liegen. Die Haltedauer beträgt dabei meist zwischen mehreren Minuten und mehreren Stunden. Fährt man mit der Maus über die Spalte Date/Time, wird die gesamte Dauer des jeweiligen Trades angezeigt. Schreibt man sich diese in eine Tabelle, lässt sich daraus erkennen, wann wie viele Postionen gleichzeitig offen waren. Wenn das RpT pro Position auf den ersten Blick vielleicht mit 1-2% recht moderat aussieht, summiert sich dieses ganz schnell auf einen deutlich höheren Wert.

 

Was aber genauso wichtig ist, wie mit den Trades umgegangen wird, und das vor allem, wenn die Positionen ins Minus laufen. Werden dann die Verluste genauso schnell realisiert wie die oft meist kleinen Gewinne? Bisher gibt die Transaktionshistorie hierzu noch keine ausreichende Antwort. Es sieht so aus, dass auch hier, wie bei vielen anderen Profilen auch schon, möglichst nur Gewinntrades realisiert werden sollen. Um dieses Risiko ganz direkt zu überwachen, bleibt einem Follower nichts anderes übrig, als täglich die Aktivitäten des Traders live zu überwachen.

 

Bei so einem Trader muss man sich einen individuellen mentalen Stopp setzen. Da das Risiko bei ayondo nicht pro Trader begrenzt werden kann, da die LossProtection nur für das gesamte Depot gilt, muss der Follower deshalb selbst die Reißleine ziehen. Alternativ kann natürlich alleine für so einen Trader ein eigenes Followerdepot eröffnet werden, bei dem dann die LossProtection auf zum Beispiel 10% eingestellt  wird. Dann kann man auch bei so einem Trader relativ entspannt dabei bleiben und von seiner Performance profitieren, so lange es geht. Dass auch dieser Trader früher oder später einen Drawdown erleben wird, ist sicher. Es gibt keinen Trader, dem das nicht passiert. Die Frage ist immer nur, wie agiert der Trader dann. Hat er für diesen Fall tatsächlich einen Plan B?